Interview mit Liebesroman-Autorin Anne Rhymes:„Liebe und Hass … manchmal gehen sie Hand in Hand“

Mein Name ist Kathrin, ich führe hier ein Interview mit mir selbst – und ich lieb’s! Anne Rhymes ist mein Autorinnenpseudonym, das ich für fantastische Liebesgeschichten mit Spice verwende. Warum das Pseudonym und um was geht es in dem spicy Romantasy Spektakel „Becoming Aphrodite – Das Erwachen“ eigentlich? Lasst euch überraschen und erfahrt ein paar spannende Hintergrund-Infos aus dem Leben einer freiberuflichen Redakteurin und Selfpublishing-Autorin. Viel Spaß beim Lesen!

Anne, „Becoming Aphrodite – Das Erwachen“ ist der erste Roman, den du veröffentlichst, aber nicht dein erstes Buch, oder?

Korrekt! Als Anne schreibe ich spicy Romantasy Romane und „Becoming Aphrodite – Das Erwachen“ ist der erste, den ich veröffentliche. Er ist Teil einer dreiteiligen Buch-Reihe. Es war einfach immer schon ein riesiger Wunsch von mir, eine solche Geschichte – oder besser gesagt ein solches Universum – zu entwerfen. Ich finde das Genre unglaublich spannend und bin da einfach meinem Herzen gefolgt. Griechische Mythologie hat mich schon immer fasziniert und die Geschichte flog mir beim Schreiben zu. Als Kathrin schreibe ich Kinderbücher. Im vergangenen Jahr habe ich mein erstes im Selfpublishing veröffentlicht. Es heißt „Die Abenteuer von Max und Wurstel“ und soll Familien helfen, die eine stille Geburt verarbeiten müssen. Vor allem, wenn schon Geschwisterkinder da sind. Zudem gibt es den „Mein Schluss-mit-der-Aufschieberei-Wochenplaner“ von mir und unter einem geschlossenen Pseudonym habe ich in einem Verlag auch schon Kurzgeschichten-Sammlungen veröffentlicht. Ich liebe es, unterschiedliche Genres und Vertriebsmöglichkeiten auszuprobieren und werde mich da auch in Zukunft nicht festlegen. Aber jetzt bin ich abgedriftet …

Gar kein Problem. Wir dröseln alles von vorn auf. Um was geht es in deinem Buch?

Es geht um Aphrodite, die Ro genannt wird. Sie wird bald 30 und führt ein totales Mauerblümchenleben – was im Gegensatz zu dem Namen steht, den ihre Mutter für sie ausgewählt hat. Vor allem ihr Erzfeind-Kollege Simon zieht sie deswegen immer auf und sie hasst ihn dafür. Eines Tages bekommt sie ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann und auf einmal ändert sich alles. Sie entdeckt ihre Wurzeln und muss sich ihren Ängsten stellen, um ihre Familie zu retten. Gerade Simon spielt dabei eine große Rolle und wird so viel mehr für sie, als sie es sich jemals hätte vorstellen können – Hass und Liebe gehen manchmal eben Hand in Hand. Oder anders gesagt: Enemies to Lovers at its finest. Dazu gibt’s jede Menge Magie – wie es sich für Romantasy eben gehört.

Was genau findest du an dem Genre „spicy Romantasy“ toll?

Ich liebe Fantasy-Geschichten und ich liebe Lovestories. Beides zu verbinden und dann noch ein bisschen feurige Leidenschaft reinzuwerfen – was gibt es Besseres? Ich habe auch das Gefühl, dass sich Frauen mit diesem Genre gerade ein großes Stück Selbstermächtigung erarbeiten und das gefällt mir. Es ist ein bisschen wie eine Spielwiese von uns für uns. Und dann diese zauberhafte Community! Ohne Ellenbogen, ohne Neid – gegenseitiger Support steht hier im Vordergrund. Es ist traumhaft, ein Teil davon zu sein.

Und wann hat dich die griechische Mythologie gepackt?

Jeder kennt doch die Geschichten der griechischen Götter und findet sie faszinierend, oder? Dann bin ich mit den Serien „Xena“ und „Hercules“ aufgewachsen (lacht), bin kunstbegeistert. Skulpturen oder Gemälde von Zeus, Hera, Medusa – und eben Aphrodite. Sie faszinieren mich einfach schon immer. Zudem hatte ich dank einer lieben Freundin, die in Griechenland lebt schon das Vergnügen, vor Ort zu sein. Es ist einfach mega, frühere Schauplätze zu besuchen. Unglaublich inspirierend.

Du sagst, die Geschichte zu „Becoming Aphrodite – Das Erwachen“ ist dir so zugeflogen. Wie lange hast du an dem Roman geschrieben?

Oh ja, das ist spannend. Ich habe die erste Fassung in drei Monaten runtergehackt. Wenn ich in meiner Schreibphase bin, stehe ich jeden Morgen etwa um 6 Uhr auf und arbeite mindestens zwei Stunden konzentriert an meinem Projekt. Abends geht es dann nochmal weiter und so kommt man recht schnell voran. Als ich mit der Geschichte anfing, hatte ich nur den Anfang und einen groben Rahmen. Die Charaktere haben mir dann aber recht schnell gezeigt, in welche Richtung es gehen soll. Ich arbeite da recht intuitiv und wie Stephen King immer sagt mit den „Boys in the Basement“ – also mit dem Unterbewusstsein. Wenn ich an einer Stelle festhänge und nicht weiß, wie es weitergeht, gehe ich Nordic Walken oder schlafe eine Nacht darüber. Mein Unterbewusstsein sagt mir dann schon, was zu tun ist. Das spart viel Zeit und ist für mich einfach die beste Art des Arbeitens. Längere Schreibblockaden kenne ich dadurch nicht. Aber: Bis das Buch jetzt auf den Markt gekommen ist, hat es drei Jahre gedauert.

Hoppla! Warum das?

Ich habe es eine Weile liegen lassen müssen. Dann habe ich mich nicht getraut, es an Testlesende rauszugeben. Im Nachhinein betrachtet, waren zum Glück alle Sorgen unbegründet. Das Feedback der Testlesenden war mit das Schönste, was ich in meinem Autorinnenleben erlebt habe. Wenn andere Menschen sich so intensiv mit deinen Figuren und deiner Welt beschäftigen, die du erschaffen hast, das ist einfach der Wahnsinn! Es hat mir so viel Spaß gemacht, die Anmerkungen einzuarbeiten. Ähnlich war es dann beim Lektorat, für das ich auch ein bisschen Anlaufzeit gebraucht habe. Manchmal geschehen Dinge und man hat keinen Kopf dafür, weiterzumachen. Vielleicht kennen das die Leser:innen auch. Aber: Alles hat seine Zeit! Und ich glaube jetzt ist die perfekte Zeit für Aphrodite!

Aber hallo! Aphrodite steht ja generell auch für Chaos – hat sich das auf deinen Roman ausgewirkt?

Hüstel. Das hat es in der Tat. Ich musste meine Lektorats-Korrekturen in einem Monat durchziehen, da ich im vergangenen Jahr völlig ins Blaue hinein für das E-Book ein Veröffentlichungsdatum auf Amazon angegeben habe. Jemand hatte mir gesagt, dass das als Titelschutz ganz praktisch ist und ich war mir sicher, das Buch bis dahin fertig zu haben. Hat nicht so geklappt. Ist zwar nicht so toll, aber kann man ja schieben. Dachte ich. Kann man nicht. Amazon sperrt einen dann im schlimmsten Fall für ein ganzes Jahr. Also habe ich die Ärmel hochgekrempelt und wie eine Wilde am Roman gearbeitet. Für das Korrektorat hat es zeitlich nicht geklappt, aber meine Lektorin hatte die wundervolle Idee, einfach die Leser:innen einzuspannen. Ganz tolle Dinge sind geschehen und es war, als würde mich das Universum unterstützen – bis ich das E-Book auf Amazon hochladen wollte. Das ging leider nicht. Zumindest nicht in der Formatierung, in der die Buchsetzerin und ich uns das gewünscht haben. Es gab schlaflose Nächte, ein paar neue graue Haare. Aber wie das so ist im Leben: Am Ende klappt alles doch … irgendwie.

Ganz klar: Die Götter scheinen dich zu unterstützen. Was war dir eigentlich wichtig beim Schreiben des Romans? Hinter welche Punkte wolltest du unbedingt einen Haken setzen?

Ja, hoffen wir es (lacht). Gute Frage! Vor allem wollte ich Action, Action, Action! Keine Längen im Buch einfach bähm, bähm, bähm. Ich habe mir gewünscht, dass die Lesenden das Buch nicht mehr aus der Hand legen können und eine ganze Nacht durchlesen, weil sie wissen wollen, wie es weitergeht. Ich weiß, dass es für viele ein Stilmittel ist, etwas ruhigere Parts in ihren Plot einzubauen – aber die nerven mich manchmal. Ich merke dann, wie ich ein paar Seiten nur noch überfliege, um wieder zu den spannenden Teilen zu kommen. Das wollte ich vermeiden. Und ich wollte mich selbst überraschen. Immer wieder und wieder. Plot-Twists, Cliffhanger – YES! Hat tatsächlich auch funktioniert (lacht). Immer, wenn ich das noch einmal Buch gelesen habe, dachte ich: Ja krass, wer rechnet denn mit sowas (lacht). Das war irgendwie schön.

Noch was?

Ja! Das Frauenbild war mir wichtig. Ich möchte unabhängige Frauen zeigen, die ihre Schwächen haben, aber die Herausforderungen annehmen, die sich ihnen entgegenstellen. Frauen, die wissen, was sie wollen. Ich möchte gefühlvolle und starke Männer zeigen, die Frauen respektvoll behandeln. Nänner, die nicht nur nehmen, sondern auch geben. Dabei gilt immer: safety first. Oh, dann wollte ich unbedingt eine Schnitzeljagd-Szene im Stil von „Illuminati“ oder „Sakrileg“ durch Florenz. Und ansonsten für mich ein absolutes Muss: das Happy End. Am Schluss wird alles gut.

Das klingt sehr gut! Wo können wir das Buch kaufen?

„Becoming Aphrodite – Das Erwachen“ gibt es aktuell nur auf Amazon und nur als E-Book. Die Print-Ausgabe kommt Mitte März raus, wenn die Korrekturen der lieben Leser:innen umgesetzt sind, die jetzt schon in meinem Postfach eintrudeln. Sie werden dann alle in er Korrektoratszeile erwähnt – da freue ich mich schon extrem drauf.

Wie lange müssen wir auf den zweiten Band der Trilogie warten?

Diese Frage habe ich jetzt schon öfter gehört (lacht). Das Gute: Ich arbeite schon am zweiten Band. 2024 war ich sogar auf Recherchereise in Griechenland. Ich kann jetzt schon sagen, dass es sehr aufregend und actionreich und natürlich auch hot wird. Am Ende des ersten Bandes wird auch schon angedeutet, um wen es gehen wird: Ros Bruder und seine Sandkastenliebe. Die zweite, eigentlich auch gute Nachricht: Noch vor dem zweiten Band ist eigentlich ein Kinderbuch eingeplant. Für meine kreativen Prozesse muss ich immer ein wenig zwischen meinen Projekten hin und her springen, damit der Spaß nicht verlorengeht. Darum habe ich aktuell noch keinen genauen Termin. Aber es muss keiner traurig sein. Ich lass euch am Prozess teilhaben und die Zeit wird wie im Flug vergehen. Ehrenwort!

Zum Abschluss noch eine schwierige Frage: Wer ist eigentlich dein Lieblingscharakter?

Oha! Das ist schwer und leicht zugleich. Ich liebe natürlich alle Charaktere meiner Aphrodite-Welt. Sie werden zu guten Freunden, du kennst ihr Leid und ihre Sorgen. Sogar die Bösewichte haben ihre Backstory, die es schwer machen, sie nur zu hassen. Aber ich muss zugeben, dass ich ein riesengroßer Fan von Clemi (Schildkröte Clemens) bin. Wir ahnen ja alle schon, dass er noch einen größeren Auftritt haben wird. Wie der aussieht, weiß ich selbst noch nicht. Ich bin mir aber sicher, dass er mir das bald verrät.

Danke dir, liebe Anne! Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Debut-Roman und das Wohlwollen der Götter. Wir sehen uns spätestens beim zweiten Band wieder.

Vielen Dank, ich freue mich schon drauf!

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